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Abläufe in einer Zentralfeuerwaffe beim Abschuß

 

Informationen
Die Waffe ist feuerbereit. Die Technik der Waffe soll hier nur insofern erläutert werden, wie es nötig ist, um die ballistischen Abläufe zu erklären.
Der Schlagbolzen trifft auf das Zündhütchen. Durch die schlagartig zugeführte kinetische Energie wird der Zündsatz, der sich im Zündhütchen befindet, zwischen Amboss und Näpfchen zerdrückt und dadurch gezündet. Das Näpfchen hat dadurch zwar eine Einbuchtung, ist aber nicht durchgerissen, dass der Verschlusß nach hinten gasdicht abschließt.
Je nach Zündsystem verfügt die Patrone über ein oder mehrere Zündkanäle, durch die sich der Zündfunke ausdehnt. Er erreicht die Treibladung und entzündet sie. Es kommt zu einer Expansion, die in alle Richtungen, also nicht nur gegen das Geschoss wirkt. Allerdings kann sich der Gasdruck nur in Richtung Geschoß ausdehnen, da der Lauf und der Verschluß dem Druck standhalten und die Hülse mit dem Zündhütchen abstützen. Der Preßsitz zwischen Hülse und Geschoß ist quasi eine Art Sollbruchstelle, durch die der Gasdruck das Geschoss aus der Hülse in den Lauf drückt.
Während sich das Geschoß im Lauf befindet, läuft die Verbrennung weiter ab und der Gasdruck nimmt zu. Dabei wirkt die Expansion im Innern der Waffe gegen den Reibungswiderstand zwischen Geschoß und Laufinnenwand. Bei Waffen mit langen Läufen kann das Geschoß entsprechend länger beschleunigt werden und so mehr Energie in Form von Geschwindigkeit aufnehmen.
Verlässt das Geschoss den Lauf, so entlädt sich der Gasdruck schlagartig mit einem Knall an der Luft, da die Luft in der Nähe der Mündung stark komprimiert wird. Bei den meissten Kalibern ist die Geschossgeschwindigkeit höher als der Schall (ca. 330 m/s), also ist zusätzlich ein Überschallknall die Folge, welcher allerdings gleichzeitig als ein einziger Knall wahrgenommen wird.
Durch die Trägheit bleibt das Geschoß in Bewegung und legt die entsprechende  Strecke zurück. Dabei dreht es sich ständig um die eigene Achse (drallstabilisiert), damit es nicht im Flug trudelt und unpräziese wird und zu schnell an Energie verliert. Der Drall wird ihm bereits im Lauf durch sog. Züge und Felder vorgegeben.

Das alles läuft in kürzester Zeit ab.

Schloßzeit der Waffe (die Zeit, die die Waffe zum Bewegen der Mechanik und Auslösen benötigt):
3-10 ms

Schussentwicklung (der o.g. Vorgang in der Waffe):
1-3 ms

Flugzeit des Geschosses auf 500 meter:

9 mm Para: 1,26 s

.223 Rem: 0,5 s


Text: (C) Matthias B., waffeninfo.net

 


 

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