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Munition / 7,9x57 IS / 7,9x57 Seite 1

 

8x57 IS / 7,92x57
7,9x57IS

 

Entwicklung der 7,9x57 Patrone
Angefangen hat alles mit dem Gewehr 88, das der damaligen kaiserlichen Heerführung geeignet erschien der Bedrohung durch die französischen Lebel-Gewehre entgegenzutreten. Viele europäischen Staaten führten mitterweile neue Patronen mit kleineren Kalibern.
Die 1888 unter Zeitdruck eingeführten 7,9x57I und dem Gewehr 88 stellten sich als nicht sehr tauglich heraus. Dies zeigten Truppenversuche bei denen eine Reihe von Mängeln auftrat. Auch andere Patronen wurden in Eile entwickelt, wie z B. die Schweizer Patrone "Schmidt-Rubin" im Kaliber 7,5 mm.
Es zeigte sich bald, daß die Hoffnungen, die das deutsche kaiserliche Heer in die Waffe setzte, nicht erfüllt werden konnten. Wie man heute weiß, waren neben den technischen Mängeln an der Waffe auch innenballistische Fehler begangen worden. Die 7,9x57 I wurde und wird aus Waffen mit einem Lauf mit dem Feld-Zugdurchmesser 7,80 zu 8,07 mm verschossen. Das zylindrische nickel-plattierte Rundkopfgeschoß ist 8,10 mm (.318") dick und wiegt 14,7g. Die militärisch als "M88" bezeichnete Patrone enthält 2,75 g Blättchenpulver.
Wenn Bezeichnungen wie 7,9x57JS oder 7,9x57J auf Hülsen und in Büchern auftauchen, so ist das auf die Ähnlichkeit zum alten "I" und "J" zurück zu führen.
Da die Gewehre Modell 1888 und die Patrone nicht befriedigten, wurde ständig an Verbesserungen gearbeitet. Ab Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde dann nach einer neuen Infanteriewaffe gesucht und im legendären Mausermodell 98 auch gefunden. Die Suche nach einer weiter verbesserten Patrone führte 1904/1905 zur mit "S" bezeichneten Patrone M 88 mit nur noch 9,8 Gramm schweren und mit 8,20 mm dickem Spitzgeschoß - die "7,9x57IS". Im Oktober wurde die 7,9x57IS Standardpatrone des Kaiserreiches. Doch bald wurde sie von einem 12,8 g schwerem und 35 mm langem "sS" Geschoß (schweres Spitzgeschoß) abgelöst.
Die E0 betrug 3.700 Joule, das Geschoß erreichte eine Geschwindigkeit von 760 m/S. 85 cm trockenes Kiefernholz durchschlägt das sS Geschoß von bei 100 m, 65 cm bei 400 m, 45 cm bei 800m; 10 mm Eisen bei 300 m; 5 mm Stahl bei 100 m.
Die dafür eingerichteten Waffen hatten die Zug- und Feldmaße 7,89 zu 8,20 mm. Der Durchmesser des Geschosses beträgt 8,22 mm (.323"). Das "S" steht für "Spitz", manche sagen auch "Stark", das "I" steht für Infanterie.
Während noch viele Gewehre Modell 1888 "normalisiert" und durch ein "S" auf dem Hülsenkopf als für die neue Patrone tauglich gekennzeichnet wurden, hatte von den unzähligen Waffenbesitzern mit altem Durchmesser kaum jemand Lust auf einen kostspieligen Laufwechsel. So wurden im zivilen Sektor lange Jahrzehnte unterschiedliche Kaliber derselben Klasse geführt, was auch im Militär Probleme bereitete. So gab es dann auch Läufe mit 7,70 mm Felddurchmesser, eine Verengung der Läufe brachte bessere Präzision und eine höhere ballistische Leistung. Die Probleme, die sich aus den unterschiedlichen Geschoßdurchmessern ergaben, führten 1939 zu dem Versuch der Standardisierung durch die "Normalisierungsverordnung". Die Hersteller überlegten sich noch zusätzliche Erkennungsmerkmale, um eine Verwechslung auszuschließen. So bekamen die "Spitz" - Versionen der 7,9x57 I außer der zusätzlichen Kennzeichnung im Bodenstempel eine gut sichtbare Rändelung am Geschoß und ein schwarz lackiertes Zündhütchen.
Das Geschoß darf maximal 8,22 mm (.323) Durchmesser besitzen , es wurden aber meistens 8,20mm starke Geschosse verwendet. Heute gekaufte Patronen oder Geschosse messen den maximalen Durchmesser.
Es wurde bei der Entwicklung der 7,9x57IS fast an alles gedacht was die damaligen Wissenschaftler berechnen konnten, um eine optimale Infanteriepatrone zu entwickeln. Präzise war eine möglichst gestreckte Flugbahn bei maximaler Penetrationsfähigkeit des Geschosses. Das gesteckte Ziel wurde erreicht, man sieht es an der erst bei 400 Meter beginnenden Skalierung der Visierungen für das Gewehr 98. Der Geschoßfall lag bei dieser Distanz nur bei etwa einem Meter, so daß eine genauere Abstufung der Visiereinrichtung für die damals verantwortlichen Militärs sinnlos erschien. Innerhalb der Entwicklung der 7,9x57IS wurde alles an damaligen experimentellen Möglichkeiten der in einer Blütezeit befindlichen Gebiete der Physik, Chemie und allgemeinen Ingenieurswissenschaften investiert. So liegt die 7,9x57 IS auch heute noch an der Spitze des Rechenexempels, wenn man Auftreffenergie in Relation zu Pulvermenge, Geschoßgewicht und Materialbedarf für die Hülsenherstellung zueinander setzt.
Nach der "Normalisierung" durften die Geschosse der 7,9x57IR (Rand) und 7,9x57I maximal 8,09 mm messen, verwendet wurden jedoch kleinere 8,08 mm. Die Feld und Zugmaße sind geblieben - 7,80 zu 8,07 mm.
Für die Patronen 7,9x57IRS und IS beträgt der Feld- und der Zugdurchmesser 7,89 zu 8,20 mm, der maximale CIP-Gasdruck 3400 bar - 100 mehr als für die "I" Patrone. Die beiden Randpatronen "IR und "IRS" haben wesentlich niedrigere Gasdrücke, 2800 und 2900 bar. Dies ist auf Waffen mit Kipplaufverschluß zurückzuführen.
IS Patronen mit Vollmantelgeschossen heutiger Zeit haben ein Gewicht von etwa 12,8 g. Sie werden weiterhin noch sowohl militärisch genutzt als auch im zivilen Sektor bei der Jagd oder im Sport.

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