- Home

- News
- News-Archiv

- Waffeninfo
  - alle
  - Kaliber
  - Art
- Munition
  - Pistolen
  - Gewehre

- Lexikon
- Bilder Galerie

- Links
- Forum-Waffen

 

 

 

 

 

 



KPW, Krupnokalibernij Pulemjot Wladimirowa / Seite 2

 

KPWT
Maschinengewehr KPW als Panzerbewaffnung (KPWT)

 

Vorgeschichte
Die Entwicklung des überschweren Maschinengewehrs KPW begann 1943 im Werk Nr. 2 der Stadt Kowrow unter der Leitung von Semjon Wladimirow, von dessen Namen sich die Bezeichnung ableitet (KPW = Krupnokalibernij Pulemjot Wladimirowa = Großkalibriges Machinengewehr Wladimirows). Verwendet werden sollte die für Panzerbüchsen entwickelte 14,5-mm-Patrone M41/44. Ursprünglich als Infanterieunterstützungswaffe vorgesehen, wurde das KPW 1949 unter der Bezeichnung PKP (Pulemjot Krupnokalibernij Pechotnij = Großkalibriges Infanterie-MG) eingeführt. Die dazugehörige Radlafette ist eine Entwicklung von G. Markow. Es stellte sich bald heraus, dass die Markow-Lafette die Einsatzmöglichkeiten erheblich einschränkte, so wog das PKP über 161 kg. 1955 wurde daher eine Lafette des Konstrukteurs Baryshew eingeführt, die über ein Dreibein verfügte und zudem 2,8 mal weniger als die von Markow wog. Auch diese Maßnahme hat freilich nicht viel genutzt, und so wurde das PKP im Verlauf der Zeit ausgemustert.

Im Dienst blieb jedoch die für den Einbau in gepanzerten Fahrzeugen vorgesehene Ausführung KPWT, deren Entwicklung 1950 begann. Das KPWT unterscheidet sich, bedingt durch den Verwendungszweck, in mehreren Punkten von der Standardversion: Die Abzugsgruppe wird elektrisch betätigt (die Infanterieversion PKP ist mit einem Spatengriff ausgestattet), das Durchladen geschieht per Druckluft. Ein Hülsenabweiser befördert leere Patronenhülsen nach vorne.
Ab 1952 wurde das KPWT auf Panzer vom Typ IS-7 montiert, später, ab 1957 auch auf T-10-Panzer. Seit 1965 ist das MG die Hauptwaffe von Schützen- und Aufklärungspanzern wie BTR-60PB, BTR-70, BTR-80 und BRDM-2, wo es bis heute im Einsatz ist. In Verbindung mit der MTPU-Lafette wird das KPWT auch auf Schnellbooten der Marine eingesetzt.
Ein weiteres Aufgabenfeld ist die Verwendung in Flugabwehrgeschützen ZPU-1, ZGU-1, ZPU-2, ZU-2, sowie ZPU-4. Die Zahl in der Bezeichnung gibt die jeweilige Anzahl der Rohre an.
Desweiteren gab es Versuche mit KPW-basierten Geschützen auf BTR-152-, BTR-50P- und SU-122-Fahrgestellen, welche aus unterschiedlichen Gründen nicht eingeführt wurden.

 

Technik

KPW
Baugruppen des KPWT:
1. Lauf, 2. Laufmantel, 3. Gehäuse, 4. Verschluss, 5. Abzugsmechanismus, 6. Gurtzuführer, 7. Gehäusedeckel, 8. Bodenstück, 9. Verschlussfeder

 

Das KPW ist ein zuschießender Rückstosslader mit starrer Verriegelung und kurzem Rohrrücklauf. Der Rücklauf der Verschluss/Rohr-Gruppe wird durch einen aufgeschraubten Kolben im Mündungsbereich des Laufs begünstigt. Das Funktionsprinzip ist dabei das gleiche wie das des Rückstossverstärkers des MG3. Die Verriegelung wird nach 30 mm gemeinsamen Weges gelöst; danach bewegt sich der Verschluss weiter rückwärts, der Lauf wird durch seine Feder in die Ausgangslage gebracht.

 

KPW Lauf
Der Lauf des KPW

Verriegelungsansätze hinten und der rückstossverstärkende Kolben vorne sind deutlich erkennbar.

Die Verriegelung erfolgt über eine Drehung des Verschlußkopfes, dessen Verriegelungsansätze mit denen des Laufs korrespondieren. Der Verschlusskopf wird durch einen Beschleuniger gedreht, der den Verschlusskopf mit dem Verschlussträger verbindet. Der Beschleuniger besteht aus insgesamt fünf auf einer Achse sitzenden Laufrolen, die die Reibung zwischen Beschleuniger und Verschlussträger, sowie dem Gehäuse verringern. Die äußersten Rollen bewegen sich in Ausschnitten im Gehäuse.

Die Munition wird durch einen Gurt zugeführt, der aus Gurtstücken mit je zehn Patronen zusammengesetzt wird. Die Gurtteile werden von Patronen zusammengehalten, die in Verbindungsglieder an den Enden der Teilstücke gesteckt werden. Die Munitionszuführung kann von links nach rechts und umgekehrt erfolgen, dazu müssen der Gurtzuführer und Gurtfixierer entsprechend eingebaut werden.

Die Abzugsvorrichtung erlaubt nur Dauerfeuer, der Schuß wird durch das Schlagstück des auflaufenden Verschlusses ausgelöst. Der Lauf lässt sich auswechseln.

 

Bedienung und Vorgänge beim Schuß
Das MG kann bei offenem oder geschlossenem Gehäusedeckel geladen werden. Um es bei geschlossenem Deckel zu laden, muss der aufmunitionierte Gurt in das Fenster des Zuführers eingeführt werden, bis die erste Patrone hinter den Zubringerhebeln ist. Danach muss der Verschluß gespannt werden, indem man den Ladehebel zurückzieht, bis der Verschluß vom Abzugshebel gefangen wird. Dabei wird der Gurt um eine Patrone weiterbefördert. Betätigt man nun den Abzugs, schnellt der Verschluss vor und greift sich eine Patrone. Beim wiederholten Spannen des Verschlusses zieht dieser die Patrone aus dem Gurt. Sobald der Verschluß wieder gespannt ist, ist das MG feuerbereit. Bei offenem Gehäusedeckel lässt sich die erste Patrone direkt in die Auszieherkrallen des Verschlusses einlegen, so daß dieser nur einmal gespannt werden muss.

KPW Verschluß
Verschluß KPW

Im zusammengebauten Zustand steckt der Beschleuniger (2) im diagonalen Ausschnitt im Verschlussträger und dem runden Loch im Verschlusskopf
Auf der Innenseite des Verschlusskopfes sieht man die Verriegelungsansätze, die acht Reihen bilden

Betätigt man bei einem fertiggeladenen MG den Abzug, gleitet der Verschluss unter Einwirkung der Schließfeder nach vorne. Sobald der Verschlusskopf den Lauf berührt, zwingen ihn geneigte Flächen zu einer leichten Linksdrehung. Während dessen bewegt sich der Verschlussträger weiter. Dessen diagonale Ausschnitte lassen den Beschleuniger und damit zwangsläufig den Verschlusskopf ebenfalls nach links drehen. Dabei greifen die Verriegelungsansätze des Verschlusskopfes in die des Laufs - die Verriegelung findet statt. Sobald der Lauf verriegelt ist, kommt der Schlagbolzen (20, siehe Bild) des Schlagstücks (21) zum Vorschein und schlägt gegen das Zündhütchen der zugeführten Patrone, dadurch wird der Schuss ausgelöst. Die dabei entstehende Rückstosskraft treibt den Verschluss samt Lauf zurück. Wenn das Geschoss den Lauf verlässt, drücken Pulvergase gegen den Kolben am Laufende und erhöhen so die Rücklaufgeschwindigkeit drastisch.
Die Verriegelung wird gelöst, wenn die Laufrollen des Beschleunigers mit dem Gehäuse in Kontakt kommen, dabei dreht sich der Beschleuniger zusammen mit dem Verschlusskopf nach rechts. Während seiner Drehung verleiht der Beschleuniger dem Verschlussträger zusätzlichen Impuls, so daß dieser mit einer höheren Geschwindigkeit als die des Verschlusskopfes und Laufs zurückläuft. Das ist notwendig, damit der Verschluss genügend Energiereserve hat, um die Schließfeder zu spannen und den Zuführmechanismus zu betätigen. Der zurücklaufende Verschluss holt die Patronenhülse aus dem Patronenlager und eine neue Patrone aus dem Gurt. Beim darauffolgenden Vorlauf des Verschlusses wird die frische Patrone nach unten befördert und drückt so die leere Hülse heraus. Der Vorgang wiederholt sich, solange Munition zugeführt oder bis der Abzug losgelassen wird; im letzten Fall fängt der Abzugshebel den Verschluss und hält ihn in hinterer Stellung.
Um das fertiggeladene MG zu entladen, muss der Gehäusedeckel geöffnet und der Gurt entfernt werden. Danach wird der Verschluss unter Zuhilfenahme des Ladehebels langsam nach vorne geführt, bist die leere Patronenhülse in den Hülsenabweiser befördert wird. Nun muss man den Verschluss wieder zurückführen und die Patrone, die vom Verschlusskopf festgehalten wird, mit leichten Schlägen nach unten ausstossen. Das Entladen wird beendet, indem man den Verschluss spannt, den Gehäusedeckel schliesst und den Abzug betätigt. Alternativ lässt sich die scharfe Patrone auch entfernen, indem man den Verschluss, nachdem die leere Hülse ausgestossen wurde, spannt, dann nach vorne führt, und schließlich mit einer scharfen Bewegung wieder spannt.

Erstellt von DDT, waffeninfo.net (C)

 

Seite 1/ 2
Zum Index

 

 



IMPRESSUM | KONTAKT
© 2001 - 2007 waffeninfo.net | Alle Rechte vorbehalten.