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| Entwicklung und Allgemeines |
Ab 1935 sucht das Heereswaffenamt (HWaA) (Waffenamt WaA) nach einem Nachfolger für die P08, die Herstellungskosten für diese waren zu hoch. 1938 lagen die Materialkosten bei 11,50 Reichsmark, die gesamte Herstellung kostete gut 32 RM. Damit forderten die Militärs eine neue, günstigere herzustellende Standard-Faustfeuerwaffe. Auch eine Ablösung der Parabellum Pistole 08 zogen sie in Erwähnung.
Bei der Firma Carl Walther in Zella Mehlis hatte man bislang nur wenig Erfahrung mit Pistolen im Kaliber 9 mm. Lediglich das "Modell 6" von 1916/17 verschoß Patronen im Kaliber 9mm. Dies und andere Modelle waren fehlgeschlagene Versuchswaffen. Mauser hatte inzwischen die "C96" und andere auf 9 mm umgerüstet und hatte damit im Gegensatz zu Walther weit aus mehr Erfahrungen mit Waffen im Kaliber 9 mm. Jedoch fand die "C96" und Mauser "HSc" bei den Militärs keine Zustimmung.
In den Jahren 1935-37 konnten viele Versuchswaffen erfolgreich getestet werden, schließlich wurde am 26 April 1940 die Walther "P38" offiziell neue Ordonnanzwaffe. Die vielen verschiedenen Versuchs, -und Testwaffen wurden je nach Ausführung AP (Armeepistole), HP (Heerespistole) oder MP (Militärpistole) bezeichnet. Die neunen Patente erhielt Walther bereits 1936, für Verschluß und Signalstift werden Georg und Erich Walther, für Verrieglung von Lauf und Verschlußstück Fritz Walther und Fritz Barthelmes genannt.
Die mit MP bezeichneten Versuchswaffen nach dem Double Action Prinzip besaßen einen innenliegenden Hahn und Auszieher. Von dem Modell AP mit außenliegenden Hahn und anderen Verbesserungen wurden etwa 200 hergestellt. Ein kleiner Teil verschoß sogar Patronen im Kaliber .45ACP. Aus dieser Testwaffe wurde dann das HP Modell, eine Waffe mit außenliegenden Hahn, Signalstift, Spannabzug, die der direkte Vorläufer der P38 war. Nur noch wenige besaßen einen innenliegenden Auszieher. Ab 1943 gab es noch in geringer Stückzahl hergestellte Test-Pistolen im Kaliber 7,65, sowie die Erprobungen mit 9 mm Ultra und verschiedenen Raketengeschossen. Ab 1939 wurde die P38 in der Truppe erprobt, ein Jahr später an das Heer geliefert und 1941 erst an die Luftwaffe. Ein gewisser Teil ging an andere bewaffnete Formationen, wie z.B. Polizei.
Doch die große geforderte Menge konnte Walther nicht allein herstellen, im November 1942 war auch Mauser und 1943 "Spree Werk" (Code cyq) in Berlin mit der Herstellung beschäftigt. Ebenso auch von Deutschland besetzte Waffenfabriken, wie z.B. in Belgien "FN" oder "Böhmische Waffenfabrik" (Code fnh), "Ceská
Zbrojovka" (CZ) und "Erste Nordböhmische Metallwarenfabrik" in der Tschechoslowakei, welche aber wiederum nur Teile (Magazine, Gehäuse) der P38 herstellte. Mauser stoppte deshalb die Produktion der Luger 08 Ende 1942.
Ab August/September 1940 entfiel das Firmenlogo der Hersteller, die Waffen bekamen ein Herstellercode. Zwischen 41 und Ende 44 lautete der Mausercode "byf", ab 45 "svw". Waltherwaffen bekamen ein "ac", sie behielten den Code bis 1945 bei. Ziel diese Art von Codes war es, Produktionsabbildungen- und quellen zu verbergen.
Am 3. April 1945 nahm die amerikanische 11th Armored Division die in Zella-Mehlis gelegene Firma Walther ohne Widerstand ein. Später ging dann die in Thüringen gelegene Firma an die Sowjets. Diese demontierten alle Anlangen und sprengten die Gebäude.
Am 20.04.1945 stürmten die Franzosen die Mauserfabrik, damit endete die Produktion für Deutschland. Kurze Zeit später nahm Mauser die Herstellung für Frankreich wieder auf, daher gibt es auch noch Herstellercodes wie "svw46" da die Franzosen diesen Code beibehielten.
Die von Mauser hergestellten Waffen bekamen neben dem Herstellercode eine Art "Beschußzeichen", ein Stempel mit einem Adler. Das Ziel war es, wie heute, festzustellen ob jede einzelne Waffe den Anforderungen des HWaA genügte. Das "Waffenamt" oder auch "WaA" prüfte diese auf Sicherheit und stempelte den Verschluß auf der rechten Seite direkt neben der Seriennummer und dem Herstellercode. Ebenso bekam auch der Lauf einen Stempel. "Adler-über 135" nannte sich der Stempel bis Anfang 1944, bis Ende des Krieges "Adler-über-WaA 135". Fast alle dieser von Mauser hergestellten P38 gingen an das Heer, Luftwaffe und die Kriegsmarine. Einige gingen auch an das Reichsinnenministerium, das Ministerium des Inneren, und an die Polizei. Diese bekamen einen zivilen Beschußstempel (Adler N), und als behördliche Abnahme ein Adler mit einem "L", "F", "C" oder "K" darunter.
Während des 2. Weltkrieges gab es einige Änderungen an der Waffe. Ziel war es Produktionskosten - und zeit zu sparen. Die Griffverkleidungschalen waren bis Anfang 44 aus rotbraunen Bakelit, dann aus schwarzem Kunststoff.
Die erst neu gegründete Bundeswehr benötigte nun auch Waffen. Anfangs begnügten sie sich mit Colt Pistolen Modell 1911A1. Im Mai 1957 nahm Walther die Produktion der P38 wieder auf, im demselben Monat wurde sie als "P1" in die Bundeswehr eingeführt. Diese begannen mit der Seriennummer 001001 und hatten noch die "P38" Beschriftung. Der Bundesgrenzschutz bekam ihre ersten Waffen im Januar 1962. Wichtigste Änderung nach dem 2. Weltkrieg war die Verwendung von Aluminium Griffstücken. Diese Pistolen waren gut 170 g leichter als die mit Stahl Griffstücken. Ab der Seriennummer "312700" wurde ein verstärkter Verschluß und ab "370001 ein verstärktes Griffstück verwendet.
Auch andere Länder führten die P38 ein, darunter waren Chile, Dänemark, Norwegen, Österreich und Portugal.
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